Academy of Maisha Mazuri

Seit Januar 2019 ist die weiterführende Schule (Vocational Secondary School) auf dem MCC-Gelände im dualen System mit Praxisbezug in Betrieb. Für dieses Projekt konnten wir die Bayerische Staatskanzlei als finanziellen Unterstützer für 75% der Baumaßnahmen gewinnen. Der junge Architekt Thomas Mildenberger entwarf mit viel ehrenamtlichem Engagement und großem Gespür für die Bedürfnisse und Gegebenheiten vor Ort fünf Rundbauten, die Raum bieten für jeweils zwei Klassenzimmer oder Werkstätten/Computerraum bzw. Küchen/Lehrerzimmer.

Das Ausbildungsprojekt umfasst eine duale Sekundarausbildung, die sich aus: 

  • allgemeiner Schulbildung mit dem staatlich anerkannten Sekundarschulabschluss,
  • praktischen Ausbildungskomponenten an der Schule und an passenden Arbeitsplätzen und
  • theoretischem Grundlagenerwerb im jeweiligen Ausbildungszweig

 zusammensetzt.

Nach Abschluss der bisher achtjährigen, zukünftig sechsjährigen Primary School ist der Wissensstand der Jugendlichen für eine berufliche Ausbildung zumeist nicht ausreichend. Zukünftig wird dies noch viel weniger der Fall sein, da die SchülerInnen im Regelfall erst 12 Jahre alt sind. Eine weiterführende Beschulung in den landesüblichen Internatsschulen können sich sehr viele Familien der Umgebung nicht leisten. Hier bietet die Academy of Maisha Mazuri eine ortsnahe Alternative, die dazu noch die berufsvorbereitende Komponente umschließt und so Chancen nach dem Schulabschluss ohne Universitäts- oder Collegebesuch eröffnen kann.

Aufgrund der ländlichen Lage mit meist landwirtschaftlicher Fläche in Familienbesitz ist die ökologische Landwirtschaft ein Ausbildungszweig, der unmittelbar den Bedürfnissen der umliegenden Bevölkerung entspricht; ergänzend dazu braucht es Schulung und Ausbildung im landwirtschaftlichen Vermarktungsbereich (Stichwort Weiterverarbeitung und Produktentwicklung, Bauernkooperativen etc.).

Der zweite Ausbildungszweig liegt im hauswirtschaftlichen/sozialen Bereich, ähnlich dem Hauswirtschaftszweig der bayerischen Realschulen bzw. dem Sozialzweig der Mittelschulen. Hier sollen die Schülerinnen und Schüler Basiswissen zu Hygiene, medizinischen Grundkenntnissen (Erste Hilfe, …) und Hauswirtschaft (vom Einkauf bis zum Verarbeiten von Speisen) erwerben. An den Nähmaschinen und in der kleinen Schulwerkstatt können zusätzliche Kurse belegt werden.

Der dritte Schwerpunkt liegt auf dem Gebiet Wirtschaft, wobei besonders Computerfertigkeiten und wirtschaftliche Grundlagen (business, computer sciences, …) gefördert werden. Dieser Zweig ist auf die Schülerinnen und Schüler ausgerichtet, die vorhaben, nach der  12. Klasse auf einem College oder einer Universität zu studieren.

Mit dem dualen Bildungsangebot sollen die Jugendlichen neben einer fundierten Schulausbildung Einblicke in mögliche Arbeitsgebiete erhalten, sie lernen praxisnah zu arbeiten und fundierter über ihre weitere Berufsausbildung zu entscheiden. Sehr viele der Jugendlichen werden nach der Secondary School einen Beruf ergreifen ohne weitere spezielle Ausbildung. Gerade sie profitieren sehr von der praktischen Ausbildungskomponente, von den Kontakten und von Erfahrungen, die sie während ihrer Praktika sammeln. Wir versuchen so gegen den Negativkreislauf von mangelhafter Schulbildung, fehlender Berufsausbildung, Jugendarbeitslosigkeit und Abwanderung in die Slums Nairobis zu arbeiten. Den Jugendlichen soll ein Weg geboten werden, sich in ihrem ländlichen Umfeld und auf meist sogar eigenem Grund selbständig ihren Lebensunterhalt verdienen zu können.

Seit 2020 wird auf dem gegenüberliegenden Grundstück an den dazugehörigen Internatsgebäuden gebaut. Dank der finanziellen Unterstützung von Sternstunden e.V. und dem Rotary Club München-Hofgarten konnte die erste Hälfte des Internatsgebäudes rechtzeitig zum Schulbeginn im Januar 2021 fertiggestellt werden und die Jugendlichen durften aus den Behelfsunterbringungen der Klassenzimmer in ihre 6-Bettzimmer im neuen Internatstrakt umziehen. Ein Herz für Kinder hat mit seiner Förderung die Finanzierung der Sanitärgebäude und Stromversorgung ermöglicht. Im März 2022 erreichte uns die freudige Nachricht, dass Sternstunden e. V. mit einer großen Summe den Weiterbau der restlichen Internatsgebäude sichert, so dass ab Januar 2023 den dann ca. 180 SchülerInnen ein Schlafplatz, Studien- und Freizeitangebote zur Verfügung stehen.