2025-11: Bericht von Vanessa Vogler und Paulina Daniel

So schnell ist wieder ein Monat vergangen. Es ist Dezember und die Zeit im MCC neigt sich langsam dem Ende zu. Deshalb wollen wir euch nicht vorenthalten, was wir in den letzten Wochen alles erlebt haben.

Wie geplant haben wir mit den Kindern eine Torwand gebaut. Schon beim Zuschneiden der Bretter und dem ersten Anzeichnen der Löcher zeigte sich, mit wie viel Begeisterung die Kinder bei der Sache waren. Jeder wollte einmal sägen, schrauben oder zumindest die Wasserwaage halten. Kaum war das erste Element fertig wurde es provisorisch an einen Baum gelehnt. Dann gab es kein Halten mehr. Die Bälle flogen um die Wette…selbst die Erwachsenen und die eher zurückhaltenden Kinder wollten ihre Treffsicherheit testen und hatten jede Menge Spaß dabei! Nachdem die Torwand fertig gebaut war, haben wir dem Ganzen noch etwas Farbe verliehen. Sowohl wir als auch die Kinder sind happy mit dem Ergebnis.

 

Mit großer Freude konnten wir in diesen Wochen unsere Bücherei neu eröffnen. Aus alten Regalen wurden – mit Hilfe vieler fleißiger Kinderhände – neue, schöne Bücherregale gebaut. Gemeinsam haben wir außerdem die Bücherei-Regeln überarbeitet, damit alle wissen, wie wir miteinander und mit den Büchern umgehen möchten. Durch zwei neue Bänke konnten wir eine gemütliche Leseecke entstehen lassen. Passend dazu haben wir neue Bücher angeschafft, damit für jedes Interesse etwas dabei ist.

Da alle Kinder Ferien hatten und somit viel freie Zeit, entstand die Idee, alle Community-Kinder für einen Tag ins MCC einzuladen. Wir starteten mit einem Fußballturnier am Morgen: Die center-based Jungs traten gegen die community-based Jungs an und lieferten sich ein spannendes Spiel. Das Match der Mädchen fiel allerdings – im wahrsten Sinne des Wortes – ins Wasser. Der Regen machte uns einen Strich durch die Rechnung.

Um die Stimmung wieder zu heben, gab es Stockbrot und Smokies am Lagerfeuer. Doch auch das war bei Regen eine kleine Herausforderung. Gemeinsam versuchten die Kinder, das Feuer am Leben zu halten – mit erstaunlicher Ausdauer und viel Teamgeist. Zum Glück klarte das Wetter später auf, und wir konnten den Tag trocken zu Ende bringen. Am Ende gingen alle glücklich, müde und mit einem breiten Lächeln im Gesicht wieder nach Hause. Ein Regentag, der trotzdem ein richtig schöner Ferientag wurde.

Das Schöne am Reisen in unbekannte und ferne Länder ist, so finden wir, unter anderem den Wandel der Zeiten mitzuerleben. Der Boden, die Landschaft, der Geruch der Luft verändern sich durch die Regenzeit und in einem selbst erwacht das Gefühl, das Land nochmals auf ganz neue Art kennenzulernen. Wir durften unter anderem miterleben, wie der Regen hunderte von, im Erdboden hausende Termiten, umgangssprachlich Bauwa genannt, aus deren Zuhause in die Lüfte lockte. Die Kids liebten es, diese zu fangen und zu sammeln, mit Salz anzubraten und anschließend zu schnabulieren. Auch wir kamen in den Genuss diese zu probieren – und wider Erwartens schmeckten die Bauwa tatsächlich gut.

Um auch hier die Weihnachtszeit einzuläuten, nahmen wir uns einen Nachmittag, um Plätzchen zu backen, die dann doch ein wenig mehr nach unserem Geschmack waren. Einen Tag zuvor bereiteten wir mit einer kleinen Gruppe den Teig vor – welch einen Spaß sie am verkneten der Zutaten hatten! Am nächsten Tag backten wir die Plätzchen ganz nach dem offenen Konzept – Jede*r, der mochte, durfte mithelfen. Am Ende hatten wir wirklich super leckere Plätzchen, die am Abend mit dem Film verputzt wurden…

Aber nicht nur Filme wurden abends geschaut, sondern es wurde auch Karaoke gesungen! Die Kids lieben Musik und damit verbunden auch Singen und Tanzen. Und das hat man gemerkt! Wir waren mal wieder erstaunt, wie laut die Organe von knapp 30 Kindern sein können, unglaublich!

Unseren letzten Slot für einen möglichen Workshop widmeten wir dem Zubereiten von und kreativen Arbeiten mit Salzteig. Obwohl dieser misslang, hatten die Kinder absoluten Spaß daran, sich im Modellieren auszuprobieren und ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen. Dieses Projekt regte für uns alle nochmals einen wertvollen und kritisch zu betrachtenden Moment der Interaktion an. Da den Kids Salzteig zuvor unbekannt war, wussten sie unsere Idee nicht einzuordnen und sahen die Idee mehr als Lebensmittelverschwendung – und damit sind sie nicht im Unrecht, da auch wir zuvor unsicher damit waren. Es war schön zu sehen, wie sie sich darauf einließen und doch steht für uns auch ganz klar fest, dass wir Salzteig nicht nochmals anbieten würden.

Wir sind dankbar für die Erfahrungen, die wir hier in den zwei Monaten machen durften. Mit den Kindern, den hier lebenden Menschen, dem Land. Wir durften viel lernen – unglaublich viel über Kenya & damit verbundene Diskussionsfragen. Unglaublich viel über sozialpädagogische Aspekte, die uns mit Sicherheit nachhaltig in unserem alltäglichen Sein als Professionelle der Sozialen Arbeit beeinflussen werden. Wir haben aber auch unglaublich viel über uns selbst lernen dürfen – über unsere Werte, persönlichen Grenzen und ganz individuellen Perspektiven. Es war nicht immer einfach, doch auch diese Momente wollen wir keineswegs missen.

Vanessa Vogler und Paulina Daniel

4kenia footer Bild
Ansicht Haus
© 2019 - 2026 Hand in Hand für Kenia e.V.