2020-02: Praktikumsbericht von Rupert und Lea

Nach einem schönen Abschiedsabend von Rafaela, begannen wir, Lea und  Rupert, am Dienstag den 4.2.20 unsere gemeinsame Volunteerzeit. Da unter der Woche der lange Schulalltag der Kinder im Vordergrund stand, nutzten wir das erste gemeinsame Wochenende, um uns besser kennen zu lernen.
Da Lea neue Fingerfaben mitgebracht hatte, fand am Sonntag eine gemeinsame Malaktion statt. Dabei entstanden viele tolle Bilder, so dass wir eine ganze Wand damit verschönern konnten.
Unter der Woche unterstützten wir weiterhin Fridah im Vorschulkindergarten PP2 und die Kleingruppenarbeit wurde von uns beiden weitergeführt. Die Kleingruppenarbeiten wie Sandarbeit und allgemeine Entwicklungsförderung wurden somit zu einem festen Bestandteil über 3 Monate (siehe Bericht von Rafaela & Rupert). Zudem halfen wir regelmäßig bei den anstehenden Farmarbeiten beim Farmer Kimeu mit. Wir ernteten Mais, Skuma, Mangos und Gras für die Kuh und ihren neugeborenen Kälbchen. Am Wochenende kamen auch regelmäßig die Kinder zu Farm mit.

Einen Feiertag unter der Woche nutze Lea, um die Kinder in die Welt der Akrobatik einzuführen. Begonnen wurde mit Übungen der Körperwahrnehmung, Vertrauensspiele und Dehnübungen. Schon an diesem Nachmittag entstanden die ersten kleinen Pyramiden. Diese spezielle Akrobatik fand nun regelmäßig statt. Es wurden Gruppen gebildet und die Pyramiden wurden immer stabiler und größer. Die Kinder zeigten dabei viel Ehrgeiz und Disziplin, um schwierige Übungen umsetzen zu können.
Der Flötenunterricht wurde weiterhin regelmäßig von uns angeboten, somit war die gemeinsame Freizeit mit viel Musik, Akrobatik und Kreativität begleitet.
Mitte Februar hatten die Kinder endlich eine Woche Ferien. Da das jährliche Medicalcamp kurz bevor stand, wurde in dieser Zeit viel geputzt, gepflanzt und aufgeräumt. Da war das gemeinsame Kochen von Käsespätzle eine gelungene Abwechslung. Das absolute Highlight war in dieser Woche der Ausflug in das Schwimmbad von Nguluni. Da wir zu Fuß gehen mussten und einige Kinder krank waren, konnten leider nicht alle in den Genuß des Badespaßes kommen. Wir verbrachten dort einen halben Tag und es war eine Freude, die Kinder bei ihren Schwimmübungen zu unterstützen.

Ende Februar zogen neun neue Kinder ins MCC ein. Die Kinder sind zwischen 4 und 10 Jahre alt. Es sind fünf Jungs (Moses, Kennedy, Boniface, Philip, Cosmas) und vier Mädchen (Moarine, Faith, Elisabeth, Ann). Es ist bewundernswert zu sehen, wie selbstverständlich sie in den Alltag integriert und aufgenommen werden. Sie fühlen sich sichtlich wohl in der neuen Gemeinschaft und nahmen schnell Kontakt zu uns auf.
In den darauf folgenden 2 Wochen stand das diesjährige Medicalcamp im Mittelpunkt, dass dieses Jahr wieder auf dem MCC Gelände veranstaltet wurde. Dazu reisten nach und nach Dagmar Nuber (Vereinsmitglied), Nora Mores (Gynäkologin), Dirk Wackernagel (Kinderarzt), Johannes Leidinger (Gynäkologe) und Amalie (Praktikantin) an. Am Freitag den 28.2.20 begann das Medicalcamp mit einer Schulung und Auffrischung im Gesundheitszentrum Nguluni zwischen den einheimischen und den deutschen Ärzten zum Thema Ultraschall und Pädiatrie. Am Samstag fuhren die drei deutschen Ärzte zu Schwangeren und jungen Müttern in der Umgebung. Am Sonntagabend wurde gemeinsam Würstchen am Lagerfeuer gegrillt und draußen bis spät in die Nacht gegessen und gesungen.

Montag und Dienstag fand dann auf dem Gelände des MCC’s das eigentliche Medicalcamp statt. Zusammen mit Ärzten aus verschiedenen Fachrichtungen wurden folgende Servicleistungen angeboten: Ultraschall (Schwangerschaftsvorsorge), Krebs-Screening, HIV- und Tuberkulose-Tests, Diabetes-Diagnostik, Zahn- und Augenbehandlung und pädiatrische Untersuchungen. Wir halfen beim Auf- und Abbau, bei der Organisation und durften die deutschen Ärzte bei ihren Behandlungen unterstützen.  In diesem Jahr wurden über 500 Patienten untersucht und versorgt, was zeigt, wie wichtig das Angebot des Medicalcamps ist. Speziell für die Kinder des MCC und den Jugendlichen der High School fanden Aufklärungsgespräche zum Thema Sexualität, Schwangerschaft und Krankheiten statt. Erstaunt waren wir über die Offenheit der Jugendlichen, die das Gespräch zu den Ärzten suchten.

In den letzten Wochen von Ruperts Aufenthalt wechselten wir von dem Vorschulkindergarten PP2 in die PP1 Gruppe. Die PP1 besuchen die jüngeren Kinder (2-4-Jährige). Die Lehrerin heißt Abigale. Auch hier unterstützen wir sie im pädagogischen Alltag und brachten mit gemeinsam gestalteten Unterrichtsstunden neue Impulse ein. Bevor der Aufenthalt von Rupert zu Ende geht ist noch eine gemeinsames Feedback und ein Austausch mit Teacher Fridah und Abigale geplant. Somit endet unsere gemeinsame Zeit im MCC. Zum Abschied von Rupert planen wir einen gemeinsamen Lied- und Singabend mit kleinen Geschenken.
Bedanken wollen wir uns bei dem Verein „Hand in Hand für Kenia“, der für uns diese Zeit organisierte und uns im Hintergrund liebevoll begleitete. Ganz besonders dankbar sind wir allen Bewohnern und Mitarbeitern des MCC, die uns so herzlich, offen, fürsorglich und wie selbst verständlich als Teil ihrer Gemeinschaft aufgenommen haben.

Asante Sana. Lea & Rupert