2019-09: Praktikumsbericht von Pia


Anfang September ging die Schule wieder los und damit änderte sich  der  gewohnte Tagesablauf, da die „centerbased children“ fast alle von 7:00 bis 17:30 unterwegs sind. Aber langweilig wurde es deswegen trotzdem nicht.

 

 

 

Shamba  (Farm)

Auf der Farm haben wir, neben den bereits bekannten Aufgaben, angefangen Wassermelonen zu pflanzen, damit nicht mehr so viele gekauft werden müssen. Von da an mussten diese 2x die Woche mitFlusswasser bewässert werden. Tatsächlich zahlte sich die Arbeit aus, denn die ersten kleinen Pflanzen sprießen schon und in weiteren 6-8 Wochen sollten auch die ersten  Melonen  zu sehen sein.

Außerdem konnten wir eimerweise Tomaten ernten, die aufgrund der Vögel frühreif geerntet werden mussten, um dann im Schuppen nachzureifen. Die Tomaten wurden dann entweder von Mama Sami zu lecker Soße oder Tomatensalat verarbeit und von den Kindern gegessen oder an die Highschool und den Skillcenter verkauft.

Wir haben jetzt auch einen „zweiten“ Kimeu, der aufpasst,dass keine Vögel ins Beet fliegen.

Durch ein neues Schulsystem der kenianischen Regierung soll mehr praxisorientiert gearbeitet werden. Deswegen kamen Klasse 2 und 3 jeweils an einem Vormittag mit zur Shamba, um dort unter Kimeus Anleitung, den Boden für Maispflanzen vorzubereiten. Im Oktober werden sie dann auch Kompost ausbringen, wässern und den Mais aussähen und auf diese Weise einmal alle Arbeitsschritte durchlaufen, die es braucht um Mai anzubauen.
Die jüngeren Schüler werden ihren Mais im Garten gleich am MCC Heim anpflanzen und versorgen.

Schule

Da die Schule wieder begonnen hat, war ich jeden Tag nach der Shamba in einer der Klassen. Auf dem MCC Gelände befinden sich nämlich neben einem Kindergarten und der Vorschule auch die Klassen 1-3 der Grundschule. Hier sollten neben dem Projekt auf der Farm zusätzlich noch verschiedene Nachhaltigkeitsprojekte durchgeführt werden.  In der 3. Klasse beispielsweise haben sie Schürzen aus alten Säcken gebastelt und danach Müll gesammellt und sortiert.

Das kenianische Schulsystem wurde in diesem Jahr etwas verändert und sollte dazu gleich überprüft werden. Auch unsere Schülerinnen und Schüler der 3. Klasse mussten an einem nationalen Vergleichstest teilnehmen und so wurden sie 4 Tage lang in Mathematik, Englisch und Kiswahili abgeprüft. Meine Aufgabe in der Schule war es, mit den Kindern in den Pausen zu spielen und gerade die Mädchen waren ganz begeistert von diversen Klatschspielen. Besonders das Klatschspiel “Empapie Kolonastrix” konnte ich gut etablieren.

Den anderen center-based Kindern (Klasse 5-8), die in die nahegelegene staatliche Grundschule gehen, brachte  ich mehrmals gemeinsam  mit einem unserer Mitarbeiter*innen das Mittagessen.

Aktuelles im MCC

Tiere

Im MCC haben wir im September Tod und Leben direkt ins Auge geschaut. Es wurden nämlich 3 neue Zicklein geboren. Leider sind aber auch mehrere Tiere entweder auf natürliche Weise  gestorben oder sie wurden geschlachtet. Das Schlachten der Kleintiere wird wie Vieles in MCC auch von  Kindern übernommen. Deswegen konnten wir an mehreren Sonntagen, Kaninchen oder Huhn essen. An einem Mittwoch wurde sogar ein junger Ziegenbock geschlachtet. Am Nachmittag traf sich daraufhin das Team um gemeinsam Kopf und Beine zu essen. Nach alter Kamba Tradition bekommen die Männer den Kopf und die Frauen die Beine. Diese Tradition wurde aber hier nicht aufrecht gehalten.


Seifenherstellung

2x im Monat treffen sich einige Mütter der Kinder aus der primary school, um gemeinsam Seifen herzustellen, die anschließend verkauft werden.

Wir hatten die Gelegenheit bei der Seifenproduktion, die in einem der Lagerräume stattfindet, dabei zu sein.
Die Hauptzutat ist Öl, dieses wird mit verschiedenen Chemikalien vermischt und dann in Formen gegossen. Nach einem Tag aushärten, können die Seifen aus den Formen geholt und in Stücke geschnitten werden.

 

 

 

Library

Jeden Mittwoch und Freitag ist library time, die auch guten Anklang findet.

Es ist sehr schön zu beobachten, wie die Kinder durch regelmässiges Lesen nach und nach immer besser werden. Und sich einige jetzt auch an die schwierigeren Bücher herantrauen. Eines der älteren Kinder habe ich zum Beispiel in die Welt von Hogwarts eingeführt. Der erste Band wurde bereits erfolgreich beendet.

Immer mehr Kinder nutzen auch die Ausleihmöglichkeit. Weswegen ich das Bücherregal auf den neusten Stand gebracht habe. Jetzt sind wieder alle neuen Bücher mit Schwierigkeitslevel versehen und in jedem Buch steckt ein blauer Ausleihzettel.


Homework

Wenn nicht grade “library time”  ist, müssen an den Abenden die Hausaufgaben gemacht werden. Diese Zeit ist eine gute Möglichkeit, Zeit mit den Kindern zu verbringen und enger mit ihnen in Kontakt zu kommen. Außerdem lernt man selber beispielsweise sämtliche mathematischen Ausdrücke auf englisch.
Um sie in Mathe zu unterstützen, habe ich Zusammenfassungen für Flächen und Volumen geschrieben, die in den Zimmern der Größeren aufgehängt werden können, damit sie es nicht jedesmal im Buch nachschlagen müssen.
Außerdem habe ich kleine einmal-eins-Karteikarten gebastelt, bei denen auf der Vorderseite eine Aufgabe und auf der Rückseite die Lösung steht. Diese Karten wurden auch begeistert aufgenommen und wir haben gleich Wettbewerbe veranstaltet, wer die meisten Karten richtig hat.

 

Vielen Dank für die unfassbar tolle Zeit, die ich  zusammen mit Silvia, dann aber auch alleine hatte. Ich konnte in diesen zwei Monaten so unglaublich viel für mich und meine Einstellung lernen und freue mich, bald wieder zurückzukommen!