2. Bericht von Annika: Ferienprogramm im MCC

Da zwei Monate Schulferien sehr lang sind, hat sich das Maisha Mazuri-Personal eine Art Ferienprogramm überlegt, an welchem die Kinder aus dem Heim sowie die aus der Community teilnehmen konnten. Es wurden sechs verschiedene Freizeitklubs gegründet, der Cooking and Baking Club, der Music Club, der Environment Club, der Sports Club, der Farming Club sowie der Arts and Craft Club. Die Clubs wurden von jeweils zwei Lehrern und Betreuern des MCC geplant und betreut.

Die Kinder konnten je nach Interesse selbst entscheiden, an welchem der Clubs sie teilnehmen. Die MCC-Kinder sowie die Kinder aus der Community waren begeistert, denn so gab es mindestens einen Tag in der Woche, an dem sie ihren Interessen nachgehen konnten und Neues dazulernten.

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Im Cooking and Baking Club zeigten Doris und Redemta den Kindern, wie man traditionelle Gerichte wie beispielsweise Matoke, Skuma , Chapati oder Mandazi zubereitet, aber auch wie man Kuchen, Kekse und Brot backt. Vor allem bei den älteren Mädchen aus der Community war dieser Club sehr beliebt.

 

 

Einmal in der Woche traf sich der Sports Club zum Fußballtraining auf dem Fußballplatz des Heims. Dort konnten vor allem die Jungs ihre Fußballbegeisterung ausleben und ihr Können unter Beweis stellen.

 

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Der Farming Club wurde von dem Farmer Kimeo und dem Ground Keeper Metthew organisiert. Gemeinsam fuhren sie mit sieben Kindern aus Heim und Community nach Nairobi ins KIOF (Kenya Institute of Organic Farming), wo sie an einem fünftägigen Lehrgang über Ökologische Landwirtschaft teilnahmen. Dort lernten sie zum Beispiel, wie man einen Kompost aufbaut und anschließend richtig kompostiert.

Der Environment Club pflanzte gemeinsam mit den Kindern Bäume rund um das MCC-Gelände, zeigte ihnen, wie man Zäune baut und erneuert und unterrichtete die Kinder über Umweltschutz, außerdem sammelten sie verstreuten Plastikmüll auf dem Gelände.

craftingskills1 craftingskills2Der Arts and Kraft Club bot den Kindern die Möglichkeit, ihre Kreativität auszuleben. Gemeinsam mit der Lehrerin Frida haben sie Origami-Tierchen gefaltet, Freundschaftsarmbänder mit bunten Perlen angefertigt und gelernt, wie man kleine hübsche Deckchen häkelt, die dann als Waschlappen oder Stuhlkissen genutzt werden können.

Im Music Club lehrte ein Musiklehrer aus der Community den Kindern die Grundlagen der Musiktheorie und brachte eine Gitarre, Trommeln und eine Trompete mit.

Musik1Außerdem lernten sie verschiedene Lieder und Gedichte. Ein Gedicht hat mich besonders beeindruckt, es heißt „Why should you call me a wife?“ Dieses Gedicht setzt sich kritisch mit der Problematik auseinander, dass leider immer noch viele Mädchen sehr früh verheiratet oder gar zur Prostitution gezwungen werden und ihnen somit ein Großteil ihrer Kindheit geraubt wird sowie die Möglichkeit, eine weiterführende Schule zu besuchen, verwehrt bleibt. Dieses Gedicht war bei den Kindern sehr beliebt, gemeinsam haben sie es immer wieder aufgesagt und ihre Rechte eingefordert. Auch auf der Jahresabschlussfeier haben sie es vor allen Gästen vorgetragen.

Während der letzten 12 Tage meines Praktikums haben mich zwei Freunde aus Deutschland besucht. Die beiden trampen ein halbes Jahr durch Afrika und hatten beschlossen, der Besuch des MCC wäre der perfekte Start in ihr Abendteuer. Am 5. Dezember habe ich Anton und Anetta in Nairobi abgeholt. Dort verbrachten wir zunächst einige Tage, bis wir gemeinsam ins Heim fuhren. Das MCC hat mir in diesen Tagen viel freie Zeit zugestanden, die wir für Tagesauflüge in die Bergstadt Matchakos und nach Tala genutzt oder beim Spiel mit den Kindern verbracht haben. Auch Anton und Anetta waren ziemlich schnell in die Maisha Mazuri-Familie integriert, weshalb sie ihren ursprünglichen Plan, nur einige Tage zu bleiben, verworfen haben und bis zur Jahresabschlussfeier am 15. Dezember geblieben sind. Dies war für uns alle der letzte Tag im MCC.

Die Jahresabschlussfeier war für uns alle ein großes Highlight. Das MCC hatte eine große Feier organisiert, zu dem alle Eltern und Kinder aus der Community, alle Eltern und gesetzlichen Vormunde der Kinder, die im Heim leben, sowie Freunde von Jimmy aus seinen Projekten „Child Support“ und „Skill Centre“ eingeladen wurden. Bereits die Vorbereitungen waren auf sozialer Ebene ein großartiges Erlebnis, wie ich es aus Deutschland nicht kenne. Am Abend zuvor habe ich gemeinsam mit dem Driver Stephen, dem Patron Jackson und zwei Schlachtern aus der Community einen Jungbullen für die Party geschlachtet. Obwohl der Beginn der Party offiziell auf 14:00 Uhr angesetzt war, waren am frühen Vormittag schon fast alle Frauen aus der Nachbarschaft eingetroffen, um tatkräftig bei den Vorbereitungen mitzuhelfen. Manche haben das Fleisch in kleine Stücke zerlegt oder das Gemüse für die Suppe klein geschnitten, andere haben bis zu 500 Chapati ausgebacken. Das harmonische Zusammenhelfen der Gäste bei den Vorbereitungen hat mich wirklich beeindruckt. In Deutschland habe ich bislang die Erfahrung gemacht, dass der Gastgeber in Hektik alle Vorbereitungen alleine regelt.

Die Party selbst war ein großer Erfolg. Nach Begrüßung und Dankesreden des Führungspersonals haben die Kinder vorgestellt, was sie in den Freizeitklubs für die Party einstudiert hatten. Es wurde gesungen, Gedichte aufgetragen und ein Tanz aufgeführt. Schüler, die in diesem Jahr besonders gute schulische Leistungen erbracht haben, wurden gelobt. Zum Abschluss wurde ein gemeinsames Gebet gesprochen. Gegen 16 Uhr gab es das gemeinsame Essen und für die Kinder aus dem Heim hieß es dann, Abschied zu nehmen. Für zwei Wochen durften sie mit ihren Eltern bzw. ihren Vormunden nach Hause fahren und die Feiertage gemeinsam verbringen. Dies bedeutet den Kindern wirklich sehr viel und die Vorfreude war bereits Wochen vorher zu spüren. Am 31. Dezember kehren alle zurück ins Heim, wo sie dann eine große Silvesterparty erwartet.

Für mich hieß es an diesem Tag, auch Abschied zu nehmen – aber sicher nicht für lange Zeit! Die Maisha Mazuri-Familie ist mir sehr ans Herz gewachsen und ich bin froh, dass ich diese Zeit hier verbringen durfte und wertvolle Einblick bekommen konnte. Es schön zu wissen, dass mir die Türen des Maisha Mazuri Children Centre jederzeit offenstehen werden.

 

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